· 

Fastsommer

Der Sommer scheint fast angekommen zu sein und wir alle geniessen es. Die Sonne wärmt unsere
Haut so sehr, dass wir bereits morgens die kurzen Hosen montieren können. Auf dem Hohgant liegt
aber noch Schnee.


Es ist die Zeit des Jahres in welcher die Morgenrunde auf dem Hof immer länger dauert. All die
Pflänzchen im Treibhaus wollen schliesslich etwas Wasser bevor die Sonne dann so richtig loslegt. All
die Tiere rund ums Haus wollen versorgt werden und das sind so einige um diese Jahreszeit. Ich
geniesse diese Zeit, die mir vor der Hausarbeit etwas Draussenzeit verschafft.


Die Küken brauchen die Wärmelampe jetzt immer weniger und erkunden mit Freude den Auslauf. Sie scharren im Sand und suchen nach Insekten im Gras. So langsam sieht man was Hahn wird und was Henne. Wie jedes Jahr bin ich gespannt, ob ich mit meiner Prognose recht behalten werde. Die ausgewachsenen Hühner und die Wachteln sind im Legefieber. Wir schöpfen aus dem Vollen und essen täglich Eier in irgendeiner Form. Die Eier sollten genossen werden bevor es den Hühnern dann wieder zu warm wird und sie wieder weniger legen. Die Kälber geniessen es auf der Weide zu sein und hie und da sammelt sich ein Bienenschwarm am Apfelbaum. In der Pflanzung habe ich vorsichtshalber Hagelnetze montiert. Man weiss ja nie. Bei der aktuellen Grösse der Kulturen sind sie auch noch recht gut schützbar.

 

Im Haus geht unser kleiner Zoo dann weiter. Die Brennnesselrapen sind jetzt fast alle verpuppt und wir warten auf das Gewimmel der Schmetterlinge im Terrarium. Durch die Verpuppung musste ich dann auch keine Brennnesseln mehr liefern. Die Arme sind also nicht mehr von Blasen übersäht aber hie und da sieht man noch Spuren davon. Die Blasen ansich sind für mich kein Problem erst, wenn  man sie der Sonne aussetzt und sich Brandwasser darin sammelt wird es mühsam. Für die Schmetterlinge nehme ich das aber sehr gerne auf mich. Wenn die Schmetterlinge aus dem Terrarium ausgezogen sind werden dann wohl wieder Marienkäfer einziehen. Dann kann ich wieder Brennesseln bringen, dort befinden sich nämlich oft Blattläuse, die wiederum das Futter für die Marienkäferlarven sind. Hoffen wir, dass sie als adulte Tiere den Blattläusen im Garten genauso zu Leibe rücken. Auch andere Schädlinge müssen wir bereits im Auge behalten. In der Pflanzung haben wir gestern die erten Kartoffelkäfer abgelesen.


In einem zweiten Behälter auf dem Sideboard sind momentan zwei Weinbergschnecken untergebracht. Unsere Hoffnung wäre, dass wir sie bei der Eiablage beobachten könnten und dann selbstverständlich auch das Rätsel knacken könnten, ob Schnecken bereits nach dem Schlupf ein Häuschen auf dem Rücken haben oder nicht. Die beiden erwachsenen Schnecken haben aber eine sehr untschiedliche Persönlichkeit und ich bin nicht sicher, ob sie je zueinander finden werden um für Nachwuchs zu sorgen. Denn während die eine Schnecke sich liebendgern im Moos vergräbt sucht die andere sich jeweils ganz oben am Rand ein Plätzchen für den Tag. Naja wenigstens beim Essen sollten sie sich begegnen und so vielleicht doch noch Gemeinsamkeiten entdecken.
Ich wünsche allen einen wundervollen sonnigen Sonntag und geniesse jetzt die Ruhe in unserem Garten.